Geschichte

Geschichte allgemein Geschichte von Gerterode
800 - 1200 Gründung der Rodedörfer 1266
  • erste urkundliche Erwähnung als Gertarroth (Cuno de Gertarroth als Zeuge genannt)
  • 1270 7.Kreuzzug 1277
  • Ritter Roderich Hartung von Gerterode im Amt Keula erwähnt
  • Inquisition / Ketzerverbrennung (bis ins 17. Jhd.) 1306
  • Bei der Klostergründung der Franziskaner auf dem Hülfensberg Ritter Ludolf von Gerterode genannt
  • Sidonia von Gerterode als Nonne im Kloster Anrode
  • 1309
  • Adelheid von Gerterode als Nonne im Kloster Anrode
  • 1346
  • Adelheid von Gerterode Äbtissin im Kloster Anrode
  • 1381
  • Adelheid junjor von Gerterode Nonne in Anrode
  • 1397
  • Ludolf von Gerterode als Amtmann auf Schloss Allerburg (Kellerberg bei Weißenborn)
  • 1419 - 1436 Hussitenkriege 1419
  • Ludolf von Gerterode Zeuge um den Hülfensberg
  • 1425
  • Vertrag zur Bauung einer Warte am Schöneberg
  • 1444
  • Eckert von Guttern (heute Altengottern) wird als Veräßerer von Gerterode genannt
  • Grafen von Schwarzburg/Sondershausen kaufen Gerterode zur Hälfte; andere Hälfte wurde von Herzögen von Sachsen erworben.
  • 1454 - 1467
    13-jähriger Krieg
    1446
  • Herzog Wilhelm von Sachsen belehnt den Grafen Heinrich von Schwarzburg mit einem Teil von Gerterode (Gut & Schloss); Hans von Hardenberg ist Lehnsmann auf 11 Jahre in Gerterode
  • 14.04.1446: Hans von Hardenberg bekennt Lehnsmann in Gerterode zu sein (11 Jahre); Es wird folgender Vertrag geschlossen: Graf Heinrich (Herr zu Arnstadt und Sondershausen) schickt jährlich zum Martinstag 1 Fuder Wein nach Gerterode; Hans von Hardenberg wird als treuer Lehnsmann gegen jede Feinde helfen (außer gegen den Bischoff zu Mentze (Mainz), die Herzöge zu Braunschweig und seine Vettern Heinrich und Dietrich zu Hardenburg)
  • 1475
  • 14.07.1475: Heinrich, Graf zu Schwarzburg, Heer zu Arnstadt und Sondershausen, bekennt Eckhard Wolfe 900 rheinische Gulden schuldig zu sein. Dafür wird Wolfe das Schloss Gerterode mit allem Zubehör auf 11 Jahre überantwortet (ausgenommen: 4 Teiche im Ellingeröder Grund, alle Wiesen auf der Wipfra (Wipper) und alles Holz zu Gerterode). Wolf soll den großen Turm mit einer Behausung bauen, wofür Heinrich ihm das nötige Bauholz geben will. Die Kosten des Baues, auch am Torhaus, an Scheune, Ställen, Zänen oder Gräben, sollen ihm mit der Hauptsumme erstattet werden.
  • 1496
  • Gerterode wird an einer Erbteilungsurkunde in Sondershausen aufgezählt
  • 1498
  • Belehnung der Grafen von Schwarzenburg durch Herzog Georg von Sachsen. Zur schwarzburgerischen Hälfte Gerterodes gehören auch Einwohner aus Deuna, Niederorschel und Worbis, die auch Ländereien in den umliegenden Ortswüstungen besaßen und nach Gerterode zinspflichtig waren. Unter ihnen auch die Deunaer Bauernkriegsteilnehmer Hans Stoltze und Hans Rosenhain sowie Hans Smeth aus Niederoraschel. Die soziale Lage der Genannten ist aus dem Gerteröder Zinsregister vom Jahre 1512 im Landesarchiv Rudolstadt zu ersehen.
  • 1499
  • Belehnung der Grafen von Schwarzburg durch Erzbischof von Mainz
  • 1505
  • Kaspar von Hanstein wird auf 15 Jahre das Schloss Gerterode von Graf Heinrich zu Schwarzenburg überantwortet. Er erhält das Recht an Nutzung von Wiesen, Äckern im Wert von 1000 rheinischen Gulden, den nächsten Teich am Schloss und 2 weitere Teiche. Weiterhin stehen im die Jagd auf Rehe, Hasen, hühner und Vögel zu. Das Holz zu Gerterode darf für den Bedarf an Feuerung und Gebäu gebraucht werden, aber ncht zum Verkauf.
  • 1506
  • Erzbischof Jacob von Mainz belehnt Gerterode; die katholische Lehre soll streng beachtet werden
  • 1512
  • Dittrich von Berlepsch in einem Huldigungsbrief im Register des Einkommens zu Gerterode genannt
  • Ellingeröder Mühle (auch Schwarzburger Mühle genannt (vom Müller Hans Gunterot betrieben))erstmals erwähnt
  • Abgaben der Schwarzburger Untertanen (aus dem Gerteröder Zinsregister) - An Erbzinsen wurden von jedem Hof mit zugehöriger Hufe Land verlangt: 16 Groschen, 1 Malter (ca. 170 Liter) Weizen, 1 Malter Hafer, 2 Michaelishähne, 1 Fastnachtshuhn, 40 Eier zu Ostern, 45 Groschen für den Dienst, wenn kein Dienst mit Mann und Vieh geleistet wurde. Von den Schlossbewohnern wurde das beste Haupt an Vieh gefordert, dazu noch Flachsgeld und das Lehnsrecht.
  • 1513
  • Es erscheint ein Lehnsbrief des Erzbischofs Uriel über Schwerborn und halb Gerterode, womit die Vettern Günther und Heinrich, Grafen von Schwarzburg, belehnt werden
  • 1517 Luthers Thesenanschlag 1518
  • Herzog Georg von Sachsen Lehnsherr über halb Gerterode
  • 1524/25 Grosser Deutscher Bauernkrieg 1525
  • Der grosse deutsche Bauernkrieg 1. -7. Mai 1525 unter Führung von Thomas Müntzer und Heinrich Pfeifer; Zug über das Eichsfeld - auch das Schloss Gerterode (etwa 5 Häuser mit 20 Untertanen) wird niedergebrannt.
  • 1526
  • Herzog Georg von Sachsen Lehnsherr von halb Gerterode
  • 1540
  • Ein Landfriedensbrecher, Hildebrandt Rudolph, Entführer der Stiftsherren von Juhaburg gegen Lösegeld, will auch den Gutsherren von Gerterode und den Illingeröder Mühlen entführen, wird aber in Hüpstedt festgenommen und vom Grafen von Hagen verurteilt und hingerichtet
  • 1548
  • Die Grafen von Schwarzburg wieder eimal in Geldnöten; es werden höhere Steuern und Abgaben geplant
  • 1552
  • Siegfried Wurm wird als Geldgeber für die Grafen von Gerterode erwähnt. Der Zusammenhang bleibt unklar.
  • 1555 Augsburger Religionsfrieden 1552
  • Siegfried Wurm als Geldgeber zusammen mit Gerterode erwähnt
  • 1555 - 1648 Gegenreformation 1559
  • Graf von Schwarzburg leiht vom Grafen von Hagen zu Deuna 3000 Goldtaler, wofür er ihm sein Gut Gerterode verpfändet
  • 1571
  • Der Schwarzburger Gerteröder Wald soll das Holz zum Bau des Salzwerkes Sondershausen liefern. Dabei wird der Dachsberg von Gerterode mehrere Male erwähnt.
  • 1579
  • Die Gegenreformation beginnt mit Einsetzung eines Jesuiten in Deuna. Austreibung desselben durch Einwohner von Deuna und Gerterode. Das löst heftige Gegenwehr der Mainzer Bischöfe aus.
  • 1588/89
  • Vom Grafen von Schwarzburg werden im Dachsberg von Gerterode 5 Verträge zur Gründung von Glashütten (im Dreißigjährigem Krieg wieder zerstört) abgeschlossen. Die Materialien dafür wurden im Dachs- und Sandberg gefunden.
  • 1599/1600
  • Durchführung einer Generalmusterung um Rekruten auszuheben. Gerteröder Burschen verstecken sich im Wald, da die Meldepflicht noch nicht überall durchgesetzt wurde.
  • 1607
  • Deuna wird wieder katholisch. Die Gerteröder Einwohner wenden sich von Deuna ab und gehen nach Rehungen zur Kirche. Seit diesem Jahr sind die kirchlichen Amtshandlungen im Kirchenbuch von Rehungen verzeichnet.
  • 1618-48 Dreißigjähriger Krieg 1632
  • Die Glashütten werden geplündert und zerstört. Gerterode selbst bleibt aus ungeklärten Gründen verschont.
  • 1648
  • Die ältesten noch vorhandenen Wohnhäuser sind in diesem Jahr errichtet; z.B. das alte liefeithsche Wohnhaus Ecke Hinterdorf-Gasse
  • 1650
  • Neben dem fürstlichen Vorwerk und Hirtenhäusern gibt es fünf Bauernhäuser; 21 Einwohner sind evangelisch, das sind 1/3 sämtlicher Einwohner.
  • 1655
  • Unionsrezess des Kirchenpatronats von Rehungen mit den evangelischen Gerteröder Einwohnern.
  • 1660
  • Gesuch der Gerteröder an den Grafen Christian Wilhelm von Schwarzburg-Sondershausen eine Kirche bauen zu dürfen. Die Schwarzburger lehnen das ab, da sich die Gegenreformation etabliert und es im Eichsfeld zu vorwiegend wieder katholischen Dörfern kommt.
  • 1674
  • Gerterode soll an Mainz Abgaben und Militz stellen, die gegen die Reformierten vorgehen soll. Die Schwarzburger verhindern das.
  • 1693-1700
  • Die Gegenreformation setzt verschärft ein
  • um 1700
  • bereits heute wird die Gerteröder Feuerwehr erwähnt
  • 1728
  • Anschaffung der ersten mechanischen Feuerspritze
  • seit 1650
    bis 1871
  • Gemeinde wächst auf 517 Einwohner an
  • 1745
  • Fürstentum Kurmainz erkennt die freie Ausübung der evangelisch-lutherischen Religion an. So lange hatte es gedauert - von Luthers Thesenanschlag 1517 - bis nach unendlichen Kämpfen der Reformation und Gegenreformation, die evangelischen Christen nicht mehr drangsaliert und verfolgt wurden. 1568 kamen noch sechs Deunaer Familien zum Gottesdienst ins Vorwerk nach Gerterode, bis ihnen vom katholischen Pfarrer ein Ultimatum gestellt wurde, den katholischen Glauben wieder anzunehmen.
  • 1749 Alte Karte aus dem Jahre 1749 mit den damaligen Grenzgebieten. Es ist zu sehen, dass Gerterode zum Gebiet Schwarzburg-Sondershausen gehörte.
    1756 - 63 7-jähriger Krieg 1769 erste Schule in Gerterode, vorher gingen die Kinder nach Rehungen zur Schule
    1771/72
  • Große Hungernot auf dem Eichsfeld, ausgelöst durch Missernten und Hagelschäden. Es galt strenges Verbot Holz zu schlagen, sogar Reisig sammeln zu dürfen, war beschränkt.
  • 1784
  • Gerterode wird eine eigene Kirchengemeinde als Filialdorf der Nachbargemeinde Rehungen, das bereits seit 1648 zu Brandenburg gehörte
  • 1789 - 99 Franz. Revolution 1799
  • Friedrich Heinrich Gunkel erwirbt die Schwarzburger Mühle und das dabeiliegende Ackergut für zwei Söhne
  • Verkauf des Schulgebäudes an den Schmiedemeister Siegmund Hühne
  • Ende 18.Jhd.
  • Blütezeit der Hausweberei
  • 1801
  • Bau der Kirche mit Küsterwohnung im oberen Stockwerk und Schulzimmer im unteren Stockwerk
  • 1802
  • Säkularisierung: mit Auflösung des Kurfürstentums Mainz kam Gerterode unter die Preußische Krone
  • 1806/07 4.Koalitionskrieg 1806
  • Eingliederung von Gerterode ins Königreich Westfalen unter französische Besatzung (bis 1816 - Befreiungskriege). Das Königreich Westfalen gehört König Jerome - einem Bruder von Napoleon Bonaparte.
  • 1813 - 1815 Befreiungskriege 1813
  • an den Befreiungskriegen nehmen auch Gerteröder Einwohner teil; der Landwehrmann Heinrich Dietrich fällt
  • 1816
  • Gerterode kommt zum Kreis Worbis, dessen Regierungsbezirk Erfurt unter preußischer Herrschaft stand
  • 1823
  • 12.7.: der Turm des Kirchengebäudes erhält eine Glocke
  • 1826
  • Bau der großen Reichsstrasse von Berlin nach Köln und der Halle-Kassler-Strasse am Helmberg bei Bernterode (Heute die B80).
  • 1830
  • Ludwig Günter kommt als Schulze nach Gerterode. Um 1800 ist er fürstlich schwarzburgerischer Brandweinbrenner von Bernterode und Gerterode und besitzt das größte Kaufmannsgeschäft des Eichsfeldes.
  • 1844 Weberaufstand 1842
  • Schweineseuche (Klauenseuche) unter der Schweineherde; durch Feuer bekämpft
  • 1848 "Kommunist. Manifest" 1847
  • Hungerjahr
  • Beginn des Ausbaus der Strasse nach Deuna bis zur Flur (Kalksteinpaklage)
  • 1850-51
  • Mühle am Kachelteich wird abgerissen; der Teich wird Ackerland; das Land geht in den Besitz der Domäne über
  • 1852
  • Flurseperation verursacht der Gemeinde Kosten von 330 Taler (hierbei wird das Land der Besitzer eindeutig markiert); derzeitiger Schulze: Friedrich Hühne
  • 1855
  • Einbau einer Kirchenorgel mit Bälgen, die getreten werden müssen
  • 1859-60
  • Abbruch der Fuchsmühle. Sie wurde bereits vor der Seperation verkauft und wird nun zum Aufbau der Dachsmühle (spätere Weberei) an der Wipper verwendet.
  • 1861
  • Kaufmann Günter gibt sein Kaufmannsgeschäft in Gerterode auf. Er baut eines seiner zwei Häuser ab und in Großbodungen wieder auf
  • Hausierung im Schelmensgrund verursacht der Gemeinde 57 Thaler Kosten.
  • 556 Thaler kostet der Ausbau der Strasse bei der Mühle.
  • 1866 Dt. Krieg gegen Österreich 1866
  • Kriege gegen Österreich: Fritz Rudloff kehrt nicht wieder zurück (er stirb in Brünn an Cholera)
  • 1863-67
  • Bau der Eisenbahnstrecke Nordhausen-Ahrenshausen
  • 1870
  • Zimmermeister Schäfer aus Gerterode erbaut den Kirchturm in Deuna für 4490 Thaler
  • 1870/71 Dt.-Frz. Krieg 1870/71
  • 30 Mann nehmen am Krieg gegen Frankreich teil; Einer, namens Behrens kehrt nicht wieder zurück
  • 1871
  • Gerterode zählt 577 Einwohner, davon 27 (20 Männer und 7 Frauen - 5 davon kehren nicht wieder zurück) als Wanderarbeiter in der Fremde
  • 1877
  • 1.4. Übernahme der Privateisenbahn Halle-Kassel durch den Preußischen Staat
  • in östlicher Verlagerung der Kirche und Küsterwohnung wird ein neues Schulgebäude (zweistöckig) errichtet --> Klassenzimmer im unteren Stockwerk
  • 1880
  • Friedhof um die Kirche ist belegt --> außerhalb der Ortslage wird ein neuer angelegt (der heute noch besteht)
  • 1883
  • Kriegsteilnehmer von 1870/71 gründen als 1. Verein einen Kriegerverein
  • 1885
  • 1.12. Gerterode hat 585 Einwohner
  • 1886
  • 1.6. schweres Hagelunwetter; übr ein Drittel der Feldfrüchte werden zerstört
  • 1891
  • Der Bauhandwerkerverein als erster Zusammenschluß der Arbeiter wird gegründet. Vor allem Wanderarbeiter schließen sich zusammen und kämpfen für ihre Rechte.
  • 1892
  • Gesangsverein unter Leitung von David Gunkel als Dirigent wird gegründet
  • 1893
  • 1.1. schwere Bluttat in der Neujahrsnacht: Eduard von Otto Gunkel wird erstochen
  • 1895
  • In Gerterode gibt es 103 Handwebstühle; Eröffnung einer Faktorei im Hause Wilhelm Kruse
  • 1899
  • Mit Ausbau eines 2. Klassenzimmers im oberen Stockwerkes der Schule wird eine 2. Lehrerstelle geschaffen.
  • Die Gemeinde erwirbt die Gastwirtschaft von der Witwe Liefeith; diese wird nun Gemeindeschänke
  • 1900 Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches 1900
  • Eine Konsumgenossenschaft ruft einen Krämerladen ins Leben. 1. Verkaufstellenleiter: Karl Gunkel
  • 1909
  • Brand: die Hintergebäude von Karl Wenzel und Heinrich Triesch brennen nieder
  • 1910
  • Einwohnerzahl : 678 (320 Männer, 358 Frauen)
  • 1912
  • Lehrer Fritz Sennewald bringt die Turnerei unter der Jugend zur Blüte (Turnverein - Deutsche Turnerschaft)


  • Photo um 1910/1912 (vermutlich Feuerwehr-Festumzug)

    1913
  • Durch eine Überlandleitung von Rehungen bekommt Gerterode den ersten elektrischen Strom; daurch kommt es zu einem bedeutendem Aufschwung in Handwerk und Bauernwirtschaften.
  • Tanzsaal wird am Gemeindegasthaus errichtet
  • 1914 - 1918 1.WK 1914
  • Mobilmachung zum 1.WK (Opfer --> von den Kriegsteilnehmern fallen 19, 1 wird vermißt, 2 sterben an den Kriegsfolgen in der Heimat)
  • Einführung der Brotmarken
  • 1916
  • Einführung der Fettmarken (Kuchen backen verboten)
  • 1916/17
  • Beschlagnahme von kupfernen Kesseln und einer kupfernen Kirchenglocke
  • 1918
  • 9.11. Kriegsende, Freude im Dorf, Girlanden mit der Aufschrift: "Es lebe die Freiheit!"
  • 1920
  • Marsch von erteröder Arbeitern nach Worbis anläßlich des Streiks zum Kapputsch im März
  • 1923
  • 13.10. Einführung der Rentenmarkt: 1 Billion Papiermark = 1 Rentenmark
  • Umbau des Glockenturms (auf Grund von Wettereinflüssen), Einbau von drei Stahlglocken
  • August: Hungerdemonstration Gerteröder Arbeiter im Ort; Beschlagnahme von Lebensmitteln
  • das 1. Rundfunkgerät empfängt drahtlos mittels elektronischen Wellen Musik und Nachrichten. Besitzer eines solchen Gerätes: Oberamtmann Böttger
  • 1924
  • 4.5. Reichstagswahlen: 88 kommunistische Stimmen
  • gerichtliches Nachspiel der Hungerdemonstration
  • Die schlechte Arbeitslage macht unzählige Gerteröder arbeitslos
  • Durchführung von Notstandsarbeiten; im Hinterdorf wird eine Buntsteinstützmauer errichtet
  • 1925
  • Am Himmelfahrtstag wird in Bernterode Schacht eine neue evangelische Kirche eingeweiht - Teilnahme vieler Gertröder
  • 1926
  • 8.8.: Durch einen Blitzstrahl entzündet, brannte der Dachstuhl des Gemeindemietshauses im oberen Mitteldorf ab. Vom Löschwasser durchnäßt, wird es abgebrochen und nicht wieder aufgebaut.
  • 24.3.: Ludwig Kruse SPD rückt als Nachfolgekandidat an Stelle des erkrankten SPD Abgeordneten August Gothe in den Kreistag nach
  • 1927
  • als 1. Sportplatz wird die rehmsche Wiese vor dem Dorf ausgebaut und eingeweiht
  • 1928
  • Eine Feuerbrunst äschert Scheune und Stallungen des Stellmachers Ludwig Wisotzky ein. Damit beginnt eine Brennperiode die bis 1933 nacheinander 20 Scheunen einäschert. Es wurde Brandstiftung vermutet, doch konnte keiner dieser überführt werden.
  • 30.5.: Reichs- und Kreistagswahlen: G. Schäfer aus Gerterode wird Kreistagsabgeordneter
  • 1930
  • Im Kittel Ecke Finkenburg entsteht ein neuer Brunnen, der den Wasserbedarf der neuen Motorspritze deckt.
  • Graf von Hagen zu Deuna verpachtet als Feudalbesitzer Gerteröder Einwohnern 100 Morgen Ackerland.
  • 1931
  • Stilllegung des Kalischachtes Bernterode - auch Gerteröder Einwohner werden ausgesperrt
  • Die 1. Fußballmannschaft nimmt an Wettspielen teil
  • 1933
  • 30.1.: Hitler wird Reichskanzler (auch in Gerterode erhält Hitler auf Grund der grassierenden Arbeitslosigkeit die meisten Stimmen (33,4%)); Bildung einer Zelle der NSDAP im Ort
  • aus der Pflichtfeuerwehr wird eine Freiweillige Feuerwehr
  • 1939 - 1945 2.WK 1939
  • Eröffnung eines Kindergartens
  • Kriegsbeginn - die ersten jungen Männer werden eingezogen, von denen viele nicht wieder zurück kommen (Opfer)
  • 1945
  • 17.4.: Amerikanische Panzer rollen in den ort. Kinder und Jugendliche laufen nach anfänglicher Scheu nebenher und sammeln Kaugummis und Schokolade auf, die von Panzern herunter geworfen werden. Die Einwohner bekommen erstmals einen Schwarzen zu Gesicht. Alle Waffen sämtlicher Art müssen abgegeben werden.
  • Neubildung der KPD und SPD im Ort
  • Bildung eines Ausschusses zur Durchführung der "Demokratischen Bodenreform" - Die thüringische Stattsdomäne mit 190 ha Ackerland und 192 ha Wald werden aufgeteilt. Vorsitzender der Bodenreform-Kommision war Wilhelm Wüstemann. Der Domänenpächter Fr. Dietzel muss sofort das Gut verlassen.
  • Bei 540 Einwohnern muss Gerterode 280 Neubürger (Flüchtlinge und Vertriebene) aus den deutschen Grenzgebieten (Pommern, Schlesien und Sudetenland) aufnehmen und mit diesen einen Wohnraum teilen. Das bereitet große Probleme, obgleich viele Gerteröder Einwohner großes Verständnis aufbringen. Fast jedes Haus bekam Einquartierungen. Die Schule platzte aus allen Nähten. Bänke mussten heruntergeschafft werden. Ein Stimmengewirr von Dialekten aller Art war zu vernehmen.
  • kalter Winter mit viel Schnee 1946
  • Juli: Mit Bildung des Kreises Eichfeld Worbis/Heiligenstadt kommt Gerterode mit noch 21 Gemeinden zum Kreis Nordhausen
  • Im Ort entsteht eine Maschinenausleihstation des MAS Sollstedt
  • kalter Winter mit viel Schnee
  • regenarmes, trockenes Jahr 1947
  • regenarmes, trockenes Jahr
  • 1947/48
  • Bau eines neuen Sportplatzes im Wald und Einweihung mit dem Spiel gegen Bielen / Kreis Nordhausen
  • 1948
  • 2 neue Neubauernhöfe entstehen auf der Schaftrift an der Aue (Kurt Pfaff und K. Schäfer); auf dem Siedlerhof (ehemalige Domäne) entstehen 6 Neubauernhöfe: K. Kurz, Albin Wenzel, Fritz Brand, Otto Müller, H. Behrens und Adolf Ebenrett
  • Die Radfahrgruppe der Männer nimmt am Kreisausscheid in Bleicherode teil und belegt den 2.Platz
  • Der Kindergarten ist wieder für alle zugänglich.
  • 1949 Wahl zum 1. Bundestag
    Gründung der DDR
    1949
  • Der Schwarzhandel blüht mit fantastisch hohen Preisen. Die Handelsorganisation HO beginnt ihre Tätigkeit. Es sind wieder ausgesprochene Mangelwaren erhältlich.
  • Fackelzug zur Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (in Gerterode beteiligen sich nur wenige)
  • 1950
  • Die Radfahrgruppe der Männer wird Kreismeister
  • erstes Kirmeseifern nach dem Krieg
  • ca 10 Gerteröder Jugendliche nehmen am 1. Deutschlandtreffen der FDJ in Berlin teil
  • die nach dem Krieg gegründete Fussballmannschaft wird erstmals Kreismeister und verteidigt diesen Titel 2 Jahre
  • 1952>
  • Gerteröder Traktoren nehmen an der Umpflügung eines 10 Meter breiten Grenzstreifens teil
  • Gerterode kommt zurück zum Kreis Worbis
  • als 2. polistische Partei im Ort wird die Demokratische Bauernpartei gegründet
  • Die Spar- und Darlehenskasse Gerterode wird mit 5 weiteren Orten zur Bäuerlichen Handelsgenossenschaft Niederorschel vereinigt
  • 1953
  • Die 1. Fussballmannschaft "Traktor Gerterode" steigt aus der 1. Kreisklasse in die Bezirksklasse auf. Bei einem Spiel in Bleicherode, das mit 3:1 gewonnen wurde, zerschoss Heinz Tuschy die Netzhaltestange.
  • 2.2. Die landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft "Karl Marx" wird mit 12 Neubauern gegründet; 1. Vorsitzender: Walter Wenzel, danach Heinz Hartung und Walter Kurz. Die LPG hat es schwer, kaum Technik, Landmaschinen und Traktoren. Die MAS hilft mit ersten Traktoren aus der Sowjetunion. Die Stalinez-Raupe fuhr als erster Rudi Hesse. Anfangs bildeten sich zwei untereinander konkurrierende LPGn. Auf der einen Seite standen die besser situierten Bauern, auf der anderen Seite weniger gut gestellte. Von oben wurde dann der Zusammenschluß befohlen - Die LPG wurde zum größsten Arbeitgeber des Dorfes.
  • MAS Außenstelle Gerterode wird dem MAS Bereich Dingelstädt unterstellt
  • Gründung des Gerteröder Karnevalvereins (GKV) in der unteren Gaststätte Arno Hühne. Der Karneval in Gerterode wird zur Tradition
  • 1954
  • Vom Kreis wird im Hüttengrund ein Jugendheim erbaut (unter Initiative von Hans Liefeith, Kreissekretär der FDJ)
  • auf den LPG-Feldern arbeiten die ersten Mähdrescher
  • 1956 Schaffung der NVA 1956
  • Das Jugendheim wird Grundschule. Im Dachgeschoss sollen 2 Lehrerwohnungen entstehen.
  • Der 1. Fernsehapparat, als Geschenk der Regierung, wird im Jugendheim aufgestellt
  • die 1. Fussballmannschaft steigt wieder in die 1. Kreisklasse ab
  • regelmäßige Omnibusverbindungen bestehen nach Bernterode, Sollstedt, Niederorschel mit Anschluss nach Worbis
  • 1958
  • Jugendheim wird vierklassige Grundschule
  • 1959
  • März: erste Jugendweihe in Gerterode
  • Bau eines Rinderoffenstalls der LPG am Struthberg
  • Bau eines Schweinestalls der LPG am Sandberg
  • 1960
  • Gerterode wird das 2. vollgenossenschaftliche Dorf im Kreis Worbis
  • Ein Landwarenhaus der Konsumgenossenschaft Niederorschel wird gebaut.
  • Am Struthberg entsteht eine 25 ha große Viehweide. Im Hüttengrund werden noch 10 ha eingesät zur Erweiterung der Milchviehwirtschaft.
  • 1961 Errichtung der Berliner Mauer 1961
  • Kurz vor Schließung der Grenze verlassen viele Familien das Dorf Gerterode
  • Im Mertal wird zur Erforschung des Untergrundes ein Bohrturm für das künftige Zementwerk Deuna aufgestellt.
  • 1962
  • erste Dorffestspiele auf dem Festplatz im Baumgarten
  • Auftritt der Klauenseuche im Schweinestall der LPG
  • Das Auebächlein wird auf 2 m bis zur Mühle (3 km lang) ausgebaggert
  • 1963
  • Bau von Betonmistplatten und Strassenbefestigungen am Schweinestall der LPG
  • 1964
  • Die LPG baut mit Hilfe des Kreisbaubetriebes einen deckenlastigen Kuhstall mit 136 Kuhplätzen in Kompaktbauweise.
  • Bau einer geräumigen Feldscheune quer zum Kuhstall.
  • Zur Wasserversorgung wird ein Brunnen gebaut, der die Naschbornquelle speichert.
  • Bau eines Hochbehälters auf dem Struthberg, der auch einmal die Vorbedingungen für eine Ortswasserleitung schaffen soll.
  • 1965
  • Einführung neuer Strassenbezeichnungen und Hausnummern im Ort
  • Die LPG erwirbt das ehemals Hühnsche Haus (Gasthaus) und baut es als Lehrlingswohnheim um und aus.
  • 1.9.: Aufnahme der Lehrausbildung in der LPG
  • Kanalisation der Mitteldorfstrasse für 35.000 Mark
  • 1966
  • 1.9.: Für Gerteröder Kinder von der 5.-8. Klasse beginnt der Schulunterricht an der POS Niederorschel. Sie fahren täglich per Bus dorthin.
  • 1967
  • Bau eines Rübenkellers in Verlängerung der Feldscheune der LPG
  • 1.12.: Rassegeflügelschau des Rassegeflügelvereins in den Konsumgaststätte
  • 1968
  • 5.5.: Feierstunde zum 150. Geburtstag von Karl Marx
  • Am 1.7. wird mit dem Bau des Eichsfelder Zementwerkes begonnen. An der Schwarzburger Mühle wird eine Baustrasse gelegt und quer durch das Wippertal ein Bahndamm aufgeschüttet, weil eine Bahnverbindung von Deuna zum Bahnhof notwendig wird.
  • 1.9.: Die Lehrausbildung wird in Gerterode eingestellt und zentral nach Beinrode verlegt. Das Lehrlingswohnheim verliert seinen Zweck.
  • 1969
  • Der Kreis übernimmt das Gebäude des ehemaligen Lehrlingswohnheims und richtet ein Altersheim ein, das ab 1970 bezogen wird.
  • ein zweiter erdlastiger Kuhstall der LPG wird gebaut
  • Schließung der Schule
  • trockenes, regenarmes Jahr 1970
  • 1.1.: Die LPG "Geschwister Scholl" Vollenborn schließt sich mit der LPG "Karl Marx" Gerterode zusammen. Das Vieh von Vollenborn wird in Gerterode mit eingestellt.
  • Durch Eigeninitiative im "Mach mit"-Wettbewerb "Schöner unsere Städte und Gemeinden" erhält Gerterode mit Anschluß an den Hochbehälter auf dem Struthberg der LPG Ortswasserleitung.
  • Der Feldweg nach Vollenborn wird als Steinstrasse mit Asphaltdecke ausgebaut, die LPG wendet dazu 300.000 Mark auf
  • Das Zementwerk Deuna baut an der Flurgrenze Martal - Schiereiche eine Steinasphaltstrasse, da die direkten Wege von Gerterode nach Deuna durch das neue Fabrikgelände abgeschnitten wurden
  • Rassegeflügelschau auf dem Saal der Gemeindeschänke
  • trockenes, regenarmes Jahr
  • 1973
  • 2.2.: Feier anlässlich des 20.Gründungstages des LPG
  • Einbau eines Gemeinderaumes in die Kirche
  • Bau einer Leichenhalle auf dem hiesigen Friedhof
  • Bau der Kanalisation und einer neuen Stützmauer im Hinterdorf
  • 1974
  • Strassenneubau von der Mitte bis zum LPG-Hof. Alle Strassen erhalten Kanalisation. Ausbau eines Kinderspielplatzes im Dorf an der Kirche. Elektrische Holzmasten werden durch Betonmasten ersetzt. Die Dorfbeleuchtung wird erneuert und modernisiert.
  • Bildung der KAP (Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion) - Unterteilung in Pflanzen- und Tierproduktion (am 01.01.1974)
  • 1975
  • Abbruch des baufälligen Gutsherrenhauses als Überbleibsel des Feudalismus
  • Fortsetzung des Strassenbaus bis an den Offenstall
  • 1976
  • 1.1.: Zusammenschluss der LPG "Karl Marx" Gerterode mit der LPG "Goldene Ähre" Deuna zur LPG "Karl Marx" Deuna
  • Ehemaliger alter dickwändiger Gutsschafstall wird als Saatkartoffellager umgebaut. Die angrenzende Maschinenscheune wird Schafstall. Sturmböhe am 2.1. deckt dessen Pappdach ab.
  • "Hintern Baumgarten" erhält eine neue Asphaltstrasse
  • 1977
  • die 1. Fußballmannschaft steigt in die 2.Kreisklasse ab
  • Friedensstrasse, Bernteröder Weg, Hüttengrund und Finkenburg erhalten eine neue Asphaltstrasse
  • 1979
  • Gerterode wird dem Gemeindeverband "Eichsfelder Kessel" Niederorschel angeschlossen
  • 1983
  • Gründung des Tennisvereins
  • 1984
  • Bau zweier Tennisplätze
  • 1986/87
  • Kirche: neue Fenster und Fliesen, Ersetzen der alten Holzbänke durch Stühle
  • 1989 Öffnung der Grenzen 1987/88
  • Neubauung des Gemeindesaals
  • 1990
  • bei der 1. Freien Wahl erhählt die CDU im Ort die Mehrheit.
  • 1991
  • 725-Jahrfeier der Gemeinde Gerterode
  • Umbildung der LPG "Karl Marx" Deuna zur Agrar GmbH "Am Dün"
  • 1992
  • Gasanschluss von Bernterode
  • 10.11.: Gerterode bekommt ein Wappen; Entwurf und Gestaltung: K.-H. Fritze aus Niederorschel
  • 1993
  • Gründung des Kirchchores unter Leitung von Kantor Waldemar Franke (Heiligenstadt)
  • 1994
  • Landkreise Worbis und Heiligenstadt schliessen sich zum Eichsfeld-Kreis zusammen
  • Stiftung eines Dorfeingangsschildes der damaligen Gemeindevertretung
  • Gründung des Heimat- und Verkehrsvereines (HVV)
  • 1995/96
  • Verkauf der Gemeindeschänke an Reinhild Peczulat
  • das ehemalige Schulgebäude beim Hüttengrund wird wieder Jugendclub
  • 1996
  • Aufnahme des Dorfes in das Dorferneuerungsprogramms
  • Bau eines dritten Tennisplatzes
  • Sanierung der Stützmauer
  • 50 jähriges Jubiläm des Sportvereins "Rot-Weiß"
  • 1997
  • Schließung des Kindergartens
  • 2000
  • Renovierung des Kirchendaches und des Küsterhauses mit Einweihung im Mai 2001
  • 2002
  • Herbst: Renovierung des Kirchenorgel nach einem Benefizkonzert im Oktober 2001
  • heißer Sommer mit
    wenig Regen
    2003
  • Der Gerteröder Karnevalsverein (GKV) feiert sein 50-jähriges Bestehen
  • 20 Jahre Tennisverein
  • Die Strasse "Hinter den Höfen" wird erneuert
  • 275 Feuerlöschwesen in Gerterode
  • Der Vorplatz der Kirche und das Kriegerdenkmal werden saniert
  • 2004
  • Volkswandertag zum 10-jähriges Bestehen des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV)
  • Die Toiletten des Gemeinde-Saales werden erneuert.
  • 2005
  • Der 1. Weihnachtsmarkt findet in Gerterode statt.
  • kalter langer Winter mit viel Schnee 2006
  • Januar: 30 jähriges Bestehen des Brieftaubenzüchter-Vereins
  • März: Eiserne Hochzeit von Walter und Waltrud Hesse
  • Juni: 60 Jahre organisierter Fußball in Gerterode
  • milder Winter 2007
  • Die Kirche bekommt neue Türen und eine neue Stufe für die Seitentür
  • Auf dem Gemeindesaal wird eine Belüftung eingebaut und das Stromnetz erneuert.
  • 17.08.2007: Einweihung des neuen Vereinshauses
  • Der Weg an der Aue wird geteert - es ist die letzte Strasse im Ort, die eine Teerdecke bekommt
  • 2008
  • Auf dem "Platz der LPG" wird eine Buswendeschleife gebaut
  • 2009
  • 16.08.: Das erste Oldtimer-Treffen findet statt


  • Zeitungsmitteilungen:

    Aus einem Protokoll (1429):

    "Ludulff von Gerterode, Apell Preuse, Legat von Kirchberg, undt Gerlach von Bartorff, der keiner war, er gedachte uber achzig ihare, haben bekandt und vor meinem herren und thumbdechandt auf ihre eyde außgesagt, sie gedechten, daß auf Sanct Gehülffensberge zue pfingestene nit eine tunne bieres were getruncken und daß kein gebeuw uff S. Gehülffensberge forter stunde, dann die capelle und opfferhaus und were zu der zeit gut friede in dem lande, das die dorfe umb S. Hülffensberg gebauwet und besatz weren, darnach queme die fahrt von den seelendern und besserte sich die fahrt von tage zu tage, das große suchung dar geschehe, das man tranck und speiße auf den berg fürte, also machte sich es widder in einem unfriede, das die dorffe umb S. Hülffensberg und andere in dem lande verbrandt und verwüstet worden, also flohen die ludichen, ein theil umb den berg gesessen, auf S. Hülfensberge umb schützes, friedes und gnade willen, und auch die pilgreme zu beherbergen und ihr zu genießen, das zu der zeit, so durch wolthat übersehen wardt, darnach also die fardt so groß und grob wardt, understunden sich die Keudele von ihren leuthen, die so hinauf geflohen waren, faßgelt und stettegeldt zuhaben, so wollten die voyde vom Steine von meines gnedig hern von Meintz wegen auch das faßgelt von gerichtswegen von denselben leuten haben, und worden so die armen leutte auf dem berge von beiden partein von einem vor dem andern noch ihärlichs mit gewalt gedrungen, das sie daß geben musten, von solchen rencken und unwillen die fart des berges sehre abnahm und were die lengede wüste word. Ein solchs an meinen gnedigen herren von Meintz mit clagreden gebracht war, also wardt mein herr thumbdechandt hieraus gesandt anno zwantzig neun, der darumb verhörte die selbigen Ludolf von Gerteroda, Apel Preuße, Legat von Kirchbergh, Gerlach von Bardorf und andere alde glaubhaftige lude und auch legende urkundt. Nachdem also er darin kundtschaft und briefe fandt, schiedt er das gerichte S. Hülfensberges zu meinem gnedigen herren von Meintz und den eigenthumb S. Hülfensberges dem gotteshauße und jungfrawen zu Anroda und haben sich seint der zeit meines gnedigen hern von Meintz amptleuthe zum Steine zu dem faßgelde und die jungfrauwen zu den stetten malch nach seiner gerechtigkeidt gehalten. .... "
    aus: LHA Sachsen-Anhalt: Rep. Cop. Nr. 1539 e I., fol. 250 v-fol. 252 r.


    Steinerne Zeugen an den Grenzen des Eichsfeldes (2003)

    Aus der Geschichte der Gemeinde Gerterode (1994)